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Fortuna: Was der Glückspunkt in der traditionellen Astrologie bedeutet

Historischer Zodiac Man mit Zuordnung der Tierkreiszeichen zu den Körperregionen

Die Lospunkte stammen aus der hellenistischen Astrologie und wurden ursprünglich im siderischen Tierkreis entwickelt und angewendet. Dabei handelt es sich nicht um Himmelskörper wie die Planeten, sondern um mathematisch berechnete Punkte, die aus verschiedenen Faktoren des Horoskops entstehen. In der lateinischen Tradition werden sie Partes genannt.

Die beiden wichtigsten Lospunkte sind der Glückspunkt und der Geistpunkt. Beide werden aus den Positionen von Sonne, Mond und dem Aszendenten berechnet.

Fortuna steht dabei nicht für „Glück“ im heutigen Sinne eines glücklichen Ereignisses oder erfüllten Wunsches. Gemeint sind vielmehr die äußeren Lebensumstände, die einem Menschen gewissermaßen gegeben sind: sein körperliches und materielles Wohlergehen, aber auch sozialer Status, Ansehen und Privilegien. Anders als beim Geistpunkt geht es dabei nicht in erster Linie um das, was wir bewusst anstreben oder durch eigene Entscheidungen gestalten.

Fortuna meint also weniger den einen großen Glückstreffer als die Frage, wie günstig oder ungünstig die äußeren Bedingungen sind, die uns das Leben mitgibt.

Wie deutet man den Glückspunkt?

Die Deutung beginnt mit der Stellung des Glückspunktes: In welchem Haus und in welchem Zeichen befindet er sich? Das Haus zeigt, in welchem Lebensbereich sich das Thema von Fortuna besonders bemerkbar macht.

Mindestens ebenso wichtig ist der Herrscher des Zeichens, in dem der Glückspunkt steht. Seine Stellung gibt Hinweise darauf, wie sich die Angelegenheiten von Fortuna im Laufe des Lebens entwickeln. Dabei schaut man darauf, in welchem Haus er steht, wie gut er dort gestellt ist und welche Aspekte er erhält. Je günstiger seine Bedingungen sind, desto besser kann er die Themen des Glückspunktes unterstützen.
Besonders günstig ist es, wenn Glückspunkt und Herrscher in starken Häusern stehen (dazu zählen die Häuser 1, 4, 5, 7, 9, 10 und 11) und durch einen Aspekt miteinander verbunden sind. Unterstützung durch die Wohltäter Venus und Jupiter verbessert die Bedingungen zusätzlich. Befindet sich der Herrscher außerdem in eigener Würde, sind das ausgesprochen gute Voraussetzungen.

Meist ist die Lage allerdings nicht so eindeutig: In einem Horoskop finden sich in der Regel günstige und weniger günstige Bedingungen, die in der Deutung gegeneinander abgewogen werden müssen.

Was hat Fortuna mit dem Körper zu tun?

Ein Aspekt des Glückspunktes ist heute weniger bekannt: In der hellenistischen Astrologie wurde Fortuna eng mit dem Körper und seinem Wohlergehen verbunden. Bei Vettius Valens, einem bedeutenden Astrologen des 2. Jh., gibt das Tierkreiszeichen, in dem der Glückspunkt steht, Hinweise darauf, welche Körperregionen als besonders empfindlich oder verletzungsanfällig galten.
Dabei genügt es allerdings nicht, einfach nur auf das (siderische) Zeichen zu schauen. Valens berücksichtigt auch den Herrscher des Glückspunktes und die Planeten, die beide aspektieren. Schwierige Einflüsse können die Gefährdung erhöhen, während Wohltäter wie Venus oder Jupiter mildernd wirken.
Die zugrunde liegende Vorstellung kennen wir auch aus anderen Bereichen der traditionellen Astrologie: Jedes Tierkreiszeichen wurde bestimmten Körperregionen zugeordnet. 

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Widder: Kopf, Gesicht, Augen
Stier: Hals, Nacken, Kehle
Zwillinge: Schultern, Arme, Hände
Krebs: Brust, Magen
Löwe: Herz, Rücken und Flanken
Jungfrau: Bauch, Darm
Waage: Hüften, Nieren, Unterleib
Skorpion: Geschlechts- und Ausscheidungsorgane
Schütze: Hüften, Leisten, Oberschenkel
Steinbock: Knie
Wassermann: Unterschenkel, Knöchel
Fische: Füße und Zehen

Bild: Wikimedia Commons, Public Domain

© Birgit von Borstel – Traditionelle Astrologie Akademie

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Birgit von Borstel

Kursleitung:

DAV-geprüfte Astrologin, studierte Philosophie, Psychologie und Musikwissenschaft in Hamburg. Zunächst in der Musikbranche im Marketing tätig, absolvierte sie nebenberuflich von 1999 bis 2002 eine Ausbildung in psychologischer Astrologie. Es folgten Weiterbildungen in traditioneller Astrologie. Seit 2006 arbeitet sie als Berufsastrologin in Berlin und unterrichtet seit 2007 Astrologie. Sie ist zudem als Heilpraktikerin für Psychotherapie qualifiziert.
2023 gründete sie die Online-Akademie für Traditionelle Astrologie; die hier angebotene Ausbildung ist seit 2022 DAV-zertifiziert. Aktuell studiert sie Geschichte und Religionswissenschaften mit Schwerpunkt Astrologiegeschichte.

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