Blog der Akademie für Traditionelle Astrologie

Fundstück: Ein weiterer Beleg für das System der Ganzzeichenhäuser

Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle über die Debatte zu dem antiken System der Ganzzeichenhäuser berichtet (bei Interesse oben rechts im Menu unter "News" nach unten scrollen). Neuerdings bezweifeln Astrologen, dass es dieses System tatsächlich gegeben hat. In Ergänzung dazu bin ich kürzlich noch auf folgenden Beleg gestoßen, der wohl hoffentlich alle Zweifel ausräumen dürfte. Es handelt sich um ein Zitat von Paulus Alexandrinus, der im 4. Jh. n. Chr. wirkte: 

"Betreffs der Einteilung und der Unterscheidung der zwölf Häuser gab es viel Erörterung und Streit unter den Astrologen. Die einen erklären nämlich das Zeichen selbst, in dem der Grad des Aszendenten oder des MC liegt, als das ganze Haus."  (CCAG IV, 82)

Paulus selbst schien von der Methode nicht viel zu halten, was jedoch nicht die Anwendung der Ganzzeichenhäuser an sich infrage stellt. Das Zitat stammt aus der Eisagoge des Paulus Alexandrinus, Abschnitt "Über die Unterscheidung der zwölf Häuser", in der Übersetzung wird es zitiert in "Horoskop und Himmelshäuser" von Dr. Walter Koch und Wilhelm Knappich. Die Abkürzung CCAG steht für den "Catalogus Codicum Astrologorum Graecorum" (CCAG) und ist eine Sammlung antiker griechischer astrologischer Texte. Er wurde von Franz Boll (1867–1924) initiiert und herausgegeben. Boll war ein bedeutender deutscher Altphilologe und Klassischer Philologe, der sich insbesondere mit antiker Astrologie beschäftigte. Er begann in den frühen 1900er Jahren mit der Zusammenstellung und Herausgabe des CCAG. Sein Werk legte den Grundstein für die moderne Erforschung der antiken Astrologie und beeinflusste viele spätere Forscher auf diesem Gebiet.

 

Astrologie: Ausbildung

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Birgit von Borstel

Kursleitung:

Birgit von Borstel, DAV-gepr. Astrologin studierte Philosophie, Psychologie und systematische Musikwissenschaften in Hamburg. Sie beschäftigt sich seit dem 16. Lebensjahr mit Astrologie und absolvierte neben ihrer Berufstätigkeit in der Musikindustrie 1999-2002 eine Ausbildung in psychologischer Astrologie im DAV Astrologie Zentrum Hamburg. Weitere Ausbildungen in traditioneller Astrologie folgten. Seit 2006 ist sie in Berlin als Berufsastrologin in eigener Praxis tätig. Sie ist als Heilpraktikerin für Psychotherapie qualifiziert und war 2011-2021 Mitglied der Prüfungskommission des Deutschen Astrologen-Verbandes. Seit 2007 ist sie als freie Autorin und als Dozentin für DAV Astrologie Zentren (z.B. in Hamburg und Berlin) aktiv. Seit Herbst 2022 ist die Ausbildung der Traditionellen Astrologie Akademie zertifiziert durch den Deutschen Astrologen-Verband.
Zurzeit Studium in Geschichte und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin.

Anmeldung und Kontakt:

Birgit von Borstel
Psychologische Astrologie

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